RÜCKBLICK I (November 2018 – Februar 2019)


  • Mayo 31, 2019
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RÜCKBLICK I (November 2018 – Februar 2019)

RÜCKBLICK I (NOVEMBER 2018 – FEBRUAR 2019)

 

Von Katharina Wittmann

 

Nach einigen – ja schon Monaten – ohne Blog-Eintrag möchte ich mich jetzt wieder melden. Es waren sehr sehr turbulente Zeiten, weswegen ich nicht die Ruhe gefunden habe, etwas Sinnvolles zu schreiben. Auch hat mein Laptop in der Zwischenzeit leider den Geist aufgegeben. Ich weiß auch jetzt noch nicht genau wie ich die vergangenen Monate zusammenfassen soll. Der letzte Eintrag ist aus Cartagena, dort waren wir Mitte November 2018. Ich werde das vergangene halbe Jahr in ein paar Blogeinträgen mit der Bezeichnung “Rückblick” versuchen zusammenzufassen. Wie viele Blogs es genau werden weiß ich noch nicht. Ich werde zur Orientierung immer wieder Punkte auf der Landkarte angeben, damit man sehen kann, wo genau wir waren. Die Karte unserer Reiseroute kann auf unserer Homepage auf der Seite “Ruta” angeschaut werden (oder hier). Ich beginne meine Erzählung dort, wo wir Ende Oktober 2018 unsere Reise begonnen hatten; in Santiago.

 

Ausflug nach Santiago (oder: Die erste Megapanne)

Ein kleiner Ausflug von Cartagena (Punkt 5 auf der Karte), dem schönen Küstenort, an dem wir ein Weilchen bei unseren Freunden Sebastián und Adolfo verbrachten, nach Santiago – nur um schnell einige Dinge für mein Visum zu erledigen – sollte sich als schicksalsträchtig herausstellen. Auf dem Weg dorthin erhitzte sich der Motor unseres VW-Busses so stark, dass einige Teile schmolzen und wir mit letzter Kraft auf ein Tankstellengelände neben der Autobahn rollten.

Es war nichts mehr zu machen. Milton kennt sich ja mittlerweile seht gut mit dem Motor unseres VW Busses aus, aber da konnte selbst er nichts mehr machen. Wir mussten den Abschleppdienst rufen, der uns schließlich zu Renato, unserem Mechaniker des Vertrauens nach La Florida in Santiago brachte. Billig war das natürlich nicht, aber wir hatten keine Wahl.

 Letztendlich sollte diese Motorpanne auf das Motoröl zurückzuführen sein, dass angeblich nicht mehr geschmiert hat, dadurch haben sich die Motorteile stark erhitzt, verformt und nicht mehr funktioniert. Auf jeden Fall waren wir nun wieder in Santiago, dort, wo wir am wenigsten hinwollten. Auf Grund der Tatsache, dass wir den Motor sowieso ausbauen mussten und die Reparaturen länger als nur ein paar Tage dauern würden, wurde erst mal ein Asado (typisch chilenischer Grillabend) bei Renato gemacht. Was soll man auch sonst machen? Es war sowieso heute zu spät noch etwas sinnvolles anzufangen. Und Zeit für einen Asado ist in Chile immer.

Naja, ca 3 Wochen verbrachten wir in Santiago, jeden Tag in der Werkstatt, mussten den Motor komplett auseinander nehmen und wieder zusammenbauen. Gewohnt haben wir teils in der Wohnung von Katharina Noffke und Rolando, die beide zum Teil im Urlaub waren und uns dankenswerter Weise ihre Bleibe zur Verfügung gestellt haben. Was hätten wir bloß ohne die beiden gemacht? 

 

Renato (der beste VW Mechaniker in Chile) erklärt…

 

Gott sei Dank hatten wir unser altes Auto auch noch zur Verfügung, es war noch nicht verkauft. Es war keine einfache Zeit, wir mussten Zeit und Geld investieren und es war viel zu heiß und laut in Santiago. Wir waren das nicht mehr gewohnt. Letztendlich hätte es jedoch viel schlimmer kommen können. Wir waren heilfroh in Santiago wohnen zu können und mussten auch für die Reparatur des Motors nur die Ersatzteile bezahlen. Dann brachen wir wieder auf, total motiviert, wir wollten endlich aus dem heißen Santiago weg! 

 

Auf in den Süden! (oder: Im Schneckentempo rasen wir über die Panamericana)

Der Motor war wie neu und unsere Ungeduld erreichte Rekordniveau! Es ging endlich los, Richtung Süden. Mitte Dezember wollten wir uns mit Anne, Héctor und Helena in der Region Araucanía treffen, wo die Drei ein Grundstück gekauft hatten und gerade ein kleines Häuschen bauen (ca. 600 km südlich von Santiago). Unser Plan war zu erst über kleinere Landstraßen und Feldwege uns den Weg gen Süden zu bahnen und das machten wir auch. Wir machten über Nacht halt an windigen Flussufern (in der Nähe des Dorfes Peumo) und campten auch einige Male im Garten einiger Dorfbewohner entlang unseres Weges. Wir machten uns auf Richtung Westen und verbrachten einige Tage in Pichilemu am Strand, fuhren weiter in das verschlafene, jedoch sehr nette Dörfchen Paredones um dann zum Vichuquén-See zu kommen.

 

In Las Turbinas mit unserer Gastgeberin

 

Als wir uns die Landkarte ansahen, merkten wir, dass wir nicht wirklich weit gekommen waren. Es war nicht möglich, auf diese Weise weiterzufahren und pünktlich zu unserem Treffpunkt mit Anne zu kommen (Punkt 17 in der Landkarte). Wir mussten auf die Ruta 5 – die weithin als Teil der Panamericana bekannt ist- ausweichen. Für viele ist die Panamericana erklärtes Reiseziel, für uns war es erklärtes Reiseziel, diese zumindest innerhalb der zentralen Regionen in Chile zu vermeiden. Dort ist sie nämlich schlicht und einfach eine relativ langweilige Autobahn. Und mit ca 75 km/h Höchstgeschwindigkeit mit Rückenwind ist es eher unangenehm auf der Autobahn zu fahren. Und wir wollten ja die Landschaft sehen und eher langsam als schnell fahren. Aber in diesem Fall mussten wir vorankommen, und damit meine ich schnell und Richtung Süden! Wir bewegten uns also Richtung Ruta 5 und kamen dann auch schnell voran. Einige Nächte verbrachten wir an Tankstellen und improvisierten auf Grund der noch nicht vorhandenen Vorhänge mit Handtüchern, um einigermaßen schlafen zu können. Aber eigentlich war es nicht schlimm, an der ein oder anderen Tankstelle zu übernachten. Gut, romantisch ist was anderes, aber man konnte wenigstens für ca 1,20 € lang und warm duschen. Und das ist ja auch manchmal sehr schön! Auf unserem Weg in die 9. Region Chiles (Region Araucanía) erlebten wir tolle, meist sonnige Tage und lernten nette Menschen kennen. Mit Héctor und Anne wollten wir uns am 15.12.2018 in Melipeuco treffen. Das haben wir auch geschafft, Dank unseres Geistesblitzes doch lieber die Autobahn zu nehmen. Wir verbrachten ein paar wunderschöne Tage mit den beiden und noch ein paar lieben Freunden von ihnen, die aus Deutschland und Santiago zum Besuch angereist gekommen waren. Es war einfach schön, wir grillen oder kochten und hatten Zeit die wunderschöne Natur zu genießen. Robin und ich waren mutig und stiegen auf den Sollipullivulkan. Das schöne an dieser Region sind die urzeitlich anmutenden Araukarien die den Übergang zur Baumgrenze markieren. Vulkane, Araukarien, und die klare Sicht (auf noch mehr Vulkane und Araukarien) – viel schöner kann Chile gar nicht werden!

 

Auf dem Weg zum Gipfel des Sollipulli-Vulkans

 

Wunderbar! Bei super Ausblick den Vulkan auf einem Schneefeld runterrennen!

 

 

Wasserfälle im Nationalpark Congillío

 

 

Arbeit, Arbeit, Arbeit (oder: Ich bin mal kurz in Patagonien)

 Wie viele vielleicht wissen, arbeite ich hier in Chile im Sommer als Reiseleiterin, meist für Patagonienreisen (Chile und Argentinien). Eine Arbeit, die mir sehr viel Spass macht. Diese Saison hatte ich drei Touren geplant. Die erste begann kurz vor Weihnachten. Deshalb flog ich nach unserem Besuch bei Anne und Héctor von Temuco nach Santiago, um meine erste Tour zu starten. Milton reiste so lange alleine im Bus in der neunten Region. Unterkommen konnte ich wieder bei Katharina. Schön, ein zweites Zuhause zu haben! Meine erste Tour führte mich zuerst nach Buenos Aires, wo ich die Teilnehmer der Reise in Empfang nahm. Wir reisten über El Calafate, Ushuaia, Puerto Natales, Punta Arenas nach Santiago. Die erste Tour war ehrlich gesagt stressig. Aus vielen Gründen. Zu allem Übel wurde mir am letzten Tag der Reise mein Koffer und mein Rucksack aus dem Hotel geklaut. Und damit war natürlich meine komplette Outdoorausrüstung und so gut wie alle Klamotten, die ich besaß, weg. Ich war fix und fertig. In nur drei Tagen würde meine nächste Reise losgehen, und ich hatte nichts mehr. Noch dazu war ich echt sehr sehr angestrengt von der Reise. Ich wollte einfach nur ausruhen. Aber es musste weitergehen, und innerhalb der nächsten drei Tage kaufte ich alles neu. Ich war nur unterwegs in Santiagos Shoppingmalls und gab Unmengen an Kohle aus. Aber es half nichts. Die nächste Reise war besser. Alles lief reibungslos ab und es waren sehr nette Leute mit dabei, eine tolle Gruppe. Die letzte Reise, auch gleich im Anschluß – war eine Trekking orientierte Reise mit wandern in El Chaltén und dem W-Treck im Torres del Paine Nationalpark. Tolle Gruppe, super Programm, ich war heilfroh, so einen schönen Abschluss zu haben. Am Ende war ich natürlich auch fix und alle, hatte aber eine tolle Zeit und konnte El Chaltén kennenlernen und auch endlich die W-Wanderung im Torres Nationalpark machen, das war nämlich auch neu für mich. Froh war ich trotzdem, als ich wieder in Temuco bei Milton und im Bus war. Das könnt ihr euch wohl vorstellen…

 

Frühstück am Geysierfeld El Tatio gefällig?  Für meine Reisegruppe tue ich alles! (in der Nähe von San Pedro de Atacama)

 

 

 

 

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