KLEINER SEE MIT SCHLANGE, FUCHS UND PFERDEN


  • Noviembre 05, 2018
Share this :   | | | | |
KLEINER SEE MIT SCHLANGE, FUCHS UND PFERDEN

KLEINER SEE MIT SCHLANGE, FUCHS UND PFERDEN

 

Von Katharina Wittmann

 

GPS Koordinaten: S 33.19211, W 71.28356

Nachdem wir – immer noch tief beeindruckt vom GoFest – ungefähr eine Viertelstunde gefahren waren, parkten wir am Straßenrand um nachzudenken, wohin wir denn eigentlich wollten. Eine nicht unwesentliche Frage, immerhin war es später Nachmittag, und wir wollten ja auch irgendwo nächtigen. Wir suchten in der Applikation iOverlander ein mögliches Ziel, das nicht allzu weit von Curacaví entfernt lag. Wir wollten bei Tageslicht an unserem neuen Platz ankommen, da wir ja noch nicht allzu geübt im Bettaufbauen waren und die mangelnde Camper-Erfahrung bei Dunkelheit manchmal ungemütlich werden kann. Bagual, unser VW-Bus (kann im Folgenden auch manchmal „Kombi“ genannt werden, wie hier in Chile üblich) verhielt sich brav und machte keine Zicken. Ich erwähne das ausdrücklich, weil dieser Gefährte durchaus ein Eigenleben entwickeln und es nicht selbstverständlich ist, dass immer alles gut geht. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt kamen wir auch an dem in iOverlander angegebenen Punkt an. Das Tor war jedoch verschlossen und der Schilderwald aus handgeschriebenen Papierfetzen machte auf mich zumindest nicht unbedingt einen freundlichen Eindruck.

 

Herzlich Willkommen heiβt das nicht.

 

Es hieß, man müsse eine Nummer anrufen, den Administrator des Grundstücks. Es war niemand zu erreichen. Wir öffneten das Tor und fuhren einen Hügel hinunter, versuchten nochmal die Nummer anzurufen, keiner daheim. Es war ein sehr idyllischer Platz, ein kleiner See, eine Wiese und viel viel viel herrlich grüner Wald. Als wir schon fast unser Lager am Wegrand aufgeschlagen hatten (gegenüber auf der schönen Wiese waren zu viele laute Hunde und grillende Menschen unterwegs) kam uns der Administrator des Grundstücks entgegen. Um es kurz zu machen: Das Grundstück ist in Privatbesitz und wird an den Wochenenden für alle geöffnet, der Eintritt kostet außerdem 5.000 chilenische Pesos pro Tag (das sind ca 8 Euro). Da uns der Héctor (der Administrator) nett fand, mussten wir nichts zahlen und durften bleiben, so lange wie wir wollten. Wir warteten bis die Griller und die Hunde verschwunden waren und machten es uns auf der Wiese zwischen See und Wald gemütlich. Das war er nun, unser erster richtiger inofizieller Campingplatz, nur für uns alleine, mit eigener Trinkwasserquelle im Wald, nächtlichen, vom Vollmond begleiteten Besuchen einer kleinen Herde Pferde, neugierigen Schlangen, gelangweilten Füchsen und vielen Wasservögeln.

 

Ein Meer aus Grün – So habe ich mir das vorgestellt.

 

Ein Traum! Wir verbrachten eine sehr ruhige Woche in einem grünen Paradies. Unsere Hauptaktivität war kochen und essen. So gefällt mir das. Wir machten Bekanntschaft mit den tollen Geschenken von Ecozoom und es war wirklich eine Bereicherung, mit einem Eisentopf zu kochen und einen mega-sparsamen Holzgrill dabei zu haben. Anstatt viel Holz zu suchen und zu verbrennen konnten wir mit wenigen dünnen Ästchen problemlos kochen. Milton taufte den Grill „dragón“ (Drachen), und das passt auch zu ihm.

 

Unser Dragon im Einsatz.

 

Des Weiteren wuschen wir unsere Wäsche (per Hand natürlich), reparierten Kleinigkeiten am Bus, ließen unsere letzte Sicherung durchbrennen (ade Solarstrom) und räumten unsere Schubläden mehrere Male um.

Héctor kam uns jeden Tag besuchen und quasselte uns voll (auf gut Deutsch gesagt). Naja, der fand das natürlich toll mit dem Bus und der Reise und ich muss aber auch zugeben, er kannte sich sehr gut mit der dortigen Flora und Fauna aus, was mich natürlich auch sehr interessiert hat. Es war sehr nett mit ihm und wir haben ihm einen wirklich relaxten und sehr naturnahen Start unserer langen Reise zu verdanken.

 

 

Leave a reply