FUTALEUFÚ – CARRETERA AUSTRAL 


  • Enero 12, 2020
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FUTALEUFÚ – CARRETERA AUSTRAL 

FUTALEUFÚ – CARRETERA AUSTRAL

 

Von Katharina Wittmann

 

Ich hoffe Ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Für uns ist es unser zweites Weihnachten und Neujahr im Bus, wobei, für mich eigentlich mein erstes, da ich letztes Jahr gearbeitet hatte und mit einer Reisegruppe unterwegs war. Aber seit ich hier auf der Südhalbkugel wohne ist Weihnachten eh ganz anders. In Santiago kommt bei 35 Grad Celsius nicht wirklich weihnachtliche Stimmung auf. Aber hier und heute war Weihnachten unerwartet doch ein schöner und besonderer Tag. Wieso? Das erzähle ich Euch jetzt:

 

Am 20. Dezember konnten wir Gott sei Dank die Werkstatt in Puerto Montt verlassen. Schnell noch zum TÜV und dort die Bestechungsgelder gezahlt um wieder ein Jahr sorglos durch Chile fahren zu können (Nicht, dass wir vorhaben noch ein ganzes Jahr in Chile zu sein, aber ihr wisst ja wie das mit den Vorausplanungen hier ist…). Und dann so schnell wie möglich auf die Ruta 7, auch als Carretera Austral bekannt. Unser eigentlicher Plan war ja gewesen, erst nach Cochamó zu fahren und dort wandern zu gehen. Daraus wurde aber nichts, weil wieso schnell wie möglich nach Futaleufú wollten, um uns mit Simone und Julian zu treffen, die wir schon ewig nicht mehr gesehen hatten (seit unserer Hochzeit) und die auch nicht lange hier im Süden unterwegs sein würden.

 

Die erste Nacht verbachten wir an einem sehr schönen Plätzchen ein bisschen vor Hornopirén an einem Flussufer. Dann, die darauffolgende Nacht direkt am Hafen in Hornopirén um die Fähre gleich am nächsten Morgen in der Früh nach Caleta Gonzalo nehmen zu können. Auf der Fähre trafen wir dann zufällig Aníbal und Christina, die wir schon in Espantapájaros kennengelernt hatten. In Caleta Gonzalo angekommen nahmen wir ein paar Anhalter mit und fuhren wir gleich weiter Richtung Chaitén und Villa Santa Lucia, um dann Richtung Futaleufú abzubiegen. Auf dem Weg machten wir am riesigen Lago Yelcho für die Nacht halt. Am nächsten Tag hatten wir es nicht mehr so weit bis nach Futaleufú und entschieden, auf dem Weg einen Halt zu machen um unser Anglerglück zu testen. Gefangen haben wir nichts, aber plötzlich bogen Simone und Julian um die Ecke! Sie hatten uns zufällig gesehen. Es war sehr schön sie wieder zu sehen! Nach einem Tässchen Tee fuhren wir zusammen nach Futaleufú. Sie hatten sich ein Ferienhäuschen gemietet und wir suchten uns einen lauschigen Platz am Espolón Fluss. Wir verbrachten Weihnachten und die Feiertage zusammen und hatten sogar das Glück eine Forelle zu fischen und gemeinsam zu essen.

 

 

 Unser erster Platz in Futaleufú war  – wie die anderen auch – ein echter Glücksgriff: immer mit eigenem Fischerplatz!

 

 

Unsere Weihnachtsforelle – zusammen mit Julian gefangen!

 

Dann mussten Simone und Julian wieder Richtung Santiago und Deutschland – und auch wir zogen weiter. Aber nur ein bisschen weiter den Rio Espolón entlang. Wir fanden einen weiteren wunderschönen Platz mit einer vielversprechenden Fischerposition, aber leider war uns das Anglerglück diesmal nicht hold und wir fingen nichts. Nach zwei Nächten zogen wir weiter, immer noch ganz in der Nähe von Futaleufú, aber diesmal Richtung Berge und bezogen einen Platz am Rio Noroeste (Punkt 87 in der Karte). Für die Silvesternacht haben wir uns gedacht, eine Wanderung mit Übernachtung im 1000 Sterne Hotel (Zelt) zu machen. Wir sind von unserem Parkplatz in Richtung Lago Las Rosas gewandert, das Wetter war Bombe und der Rucksack schwer:) Nach ungefähr vier Stunden fehlten uns noch etwa zwei Kilometer bis zum Lago Las Rosas. Aber wir hatten keine Lust mehr weiter zu gehen und ausserdem hatten wir ein Paradies gefunden.

 

Am nördlichen Strand des Lago Noroeste befanden sich einigen Kirschbäume mit reifen Kirschen, unzählige Zeltplätze und ein See, der bilderbuchmäßiger kaum sein konnte. Wir kühlten uns natürlich im See ab und dann schwang Milton die Angel… Mal sehen, was dort drinnen so rumschwimmt. Nach drei Mal auswerfen hatte er bereit die erste Forelle am Haken! Es folgten noch zwei weitere, und so war unser Neujahrs – Abendessen gesichert.

 

Traumstrand mitten in den Bergen bei Futaleufú – und der See voller Forellen!

 

 

Wunderschön, an so einem Ort die Angel auszuwerfen!

 

 

Steckerlfisch und eine Flasche Wein – mehr braucht’s doch nicht…

 

Am nächsten Tag, nach einer sternenklaren Nacht, wollten wir Richtung Bus aufbrechen, trafen aber auf George und Valerie, die unweit von unserem Nachtlager auch ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Wir beschlossen noch ein bisschen zu bleiben, Kirschen zu ernten und die Angel noch einmal auszuprobieren. Milton fing noch einmal drei Forellen, die wir mit George und Valerie zusammen aßen. Gegen Abend brachen wir dann doch Richtung Bus auf, und verbrachten den nächsten heißen Sommertag an unserem vorherigen Platz.

 

Ein gutes neues Jahr wünschen wir Euch allen, mit vielen Abenteuern, neuen Entdeckungen und innerem Frieden!

 

 

 

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