DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, ITALIEN, FRANKREICH – unser Europaabstecher im Herbst


  • Octubre 06, 2019
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DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, ITALIEN, FRANKREICH – unser Europaabstecher im Herbst

DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, ITALIEN, FRANKREICH – unser Europaabstecher im Herbst

 

Von Katharina Wittmann

 

Unglaublich, wie die Zeit vergeht! Jetzt ist schon Oktober! Ende August – im deutschen Spätsommer – sind Milton und ich nach München geflogen. Wir wollten dort den 60. Geburtstag meiner Mama feiern. Aber nicht nur das. So eine weite Reise muss man natürlich nutzen um einige gute Freunde wieder zu besuchen. Ich plane meine Deutschlandreisen ja immer ziemlich durch, damit ich auch viele viele liebe Menschen besuchen kann. Da kommt meine deutsche Planungssucht einfach total durch. 

 

Wir hatten zudem auch Glück, dass uns sehr gute Freunde von uns Ihre Wohnung in München zur Verfügung gestellt haben, während sie in den Urlaub gefahren waren. Wobei, Glück oder Pech, wir hätten sie sehr gerne mit ihrem Nachwuchs gesehen. Aber es war natürlich totaler Luxus eine “eigene” Wohnung mitten in München in bester Lage zu haben.

 

Unser erstes Familienausflugsziel war die Rieplalmhütte in den Kitzbühler Alpen in Österreich. Mama, meine Schwester Franzi, meine kleine Nichte Finja, Milton und ich machten uns bei bestem Wetter an einem sonnigen Mittwoch auf den Weg zu besagter Berghütte, auf der wir zwei Nächte übernachten wollten. Diese konnte man theoretisch bequem über einen recht breiten Fahrweg erreichen. Aber wir waren mit Finjas Kinderwagen unterwegs, der – außer mit Finja –  mit allerlei Leckereien beladen war. Also schoben und zogen wir immer im Zweiergespann mit vereinten Kräften den Wagen in ungefähr zwei Stunden den Berg hinauf. Milton bewies besondere Ausdauer und dank seiner Bärenkräfte kamen wir alle samt Kinderwagen oben an. Mama und ich brauchten etwas länger, aber nur weil wir leckerste Reherl (Pfifferlinge) und ein paar Steinpilze im Wald erspähten, die wir als Abendessen servierten. Unser Aufenthalt auf der Rieplalmhütte war geprägt von meist gutem Wetter und schöner Aussicht,  einer Wanderung am nächsten Tag, echter unbehandelter Kuhmilch, Blaubeeren, Pilzen, kleinen Fröschen, einer Mäuseinvasion auf der Hütte und dem ständigen Lachen meiner Nichte Finja. Es war eine sehr schöne Zeit dort. Und danach gab es auch gar nicht viel Zeit unsere tolle Wohnung in München zu genießen, denn es ging gleich weiter.

 

Ein Traum: Reherl unerwartet im Wald finden!

 

Franzi bestellte uns am darauffolgenden Montag an den Münchner Hauptbahnhof für eine Überraschungsreise. Wohin würde sie uns wohl entführen? Es ging auf die Caravan Salon Messe nach Düsseldorf! Eine tolle Überraschung! Wir sahen die luxuriösesten Camper dieses Planeten und konnten nicht glauben, was es alles in diesem “Outdoorsegment” zu sehen gibt. Neben den Luxuscampern waren natürlich auch die Klassiker wie VW oder Mercedes vertreten. Aber auch nach der Messe und all diesen utopischen Gefährten möchte ich Bagual gegen nichts dergleichen eintauschen. Er ist einfach (fast) perfekt. Und mit campen hat das ja oft auch nicht mehr viel zu tun, wenn ich mein Apartment samt Garage auf ein paar Achsen und Räder verlade und Gefrierschrank, Ofen, Fernseher, Badezimmer, drei Schlafzimmer und das City-Auto alles mit dabei habe. Wir lieben es klein und übersichtlich…

 

Dieses Modell ist ja nur ein “Kleiner”. Die Wohnwagenwelt ist total abgefahren! Aber alles fing an mit dem VW-Bus…

 

Nach unserem Ausflug in eine andere Welt (auf die Messe nach Düsseldorf) kamen wir aber wieder schnell auf (nieder)bayerischem Boden an und besuchten Onkel, Tanten, Oma und Freunde im schönen Niederbayern, Franken und der Oberpfalz. Es war schön alle wieder zu sehen. Der Hopfen war mitten in der Ernte und die Hallertau war von dem typischen Hopfenduft erfüllt. Unsere Reise führte uns weiter nach Bayreuth und in die Oberpfalz nach Kirchenthumbach, wo wir bei einem 1A fränkisch-thüringischem Asado (Grillen) und einer Oberpfälzer Kerwa (Kirchweih) eingeladen waren. So schön all die Menschen wiederzusehen! Milton tat mir durchaus leid, da ich feststellen musste, dass weder meine Familie noch meine Freunde Hochdeutsch sprechen, sondern jeglichen vorkommenden unverständlichen Dialekt. Er geht durch eine harte Schule…

 

Es folgten ein paar Tage mit nur sporadischem Programm, die Milton zur Erholung nutzte und ich zum Wandern und Treffen mit ehemaligen Mitschülern vom Gymnasium. Und dann war auch schon wieder Programm angesagt. Mit der Familie meiner Schwester, Mama und wir zwei starteten wir Richtung Dolomiten, Drei Zinnen, genauer Toblach in Südtirol. Das war nun die offizielle Geburtstagsreise zum 60. Geburtstag von Mama. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter und umrundeten die Drei Zinnen bei strahlendem Sonnenschein und feierten den Geburtstag mit leckerem Essen am Abend.

 

Die Dolomiten waren wirklich einen Schau! Tolles Wetter und beeindruckende Berge!

 

Die Drei Zinnen haben mich anfangs ja irgendwie an die Torres del Paine erinnert. Zu viel Patagonien tut der Wahrnehmung auch nicht gut.

 

Wieder zurück in München blieb uns nicht viel Zeit um die Rucksäcke zu packen, adiós zu sagen und nach Paris weiterzureisen. Dort waren wir auf die Hochzeit von Tito und Julien eingeladen. Tito ist ein Freund von Milton den er über sein Architekturstudium kennt. Paris, Paris, eine so schöne Stadt! Wir kamen bei Nathalie und ihrer Katze Plume (Feder) unter. Nathalie und Plume lernten wir über Couchsurfing kennen und es war eine wunderschöne Erfahrung die beiden kennenzulernen!

 

Die Hochzeit war das i-Tüpfelchen von unserer Reise. Nach der offiziellen Trauung in der Stadt gab es am Abend eine Feier mit petit bouches, Cocktails und Musik auf einem Boot mit Rundfahrt auf der Seine. Milton und ich fühlten uns wie in 1001 Nacht. Auch das ist Dimension Kombi; vom Lagerfeuer und Sternenhimmel im VW Bus bis zum Luxusboot auf der Seine, alles ist mit dabei in unserem neuen Leben.

 

Eine schöne Abwechslung zum VW-Bus-Leben war die schicke Rundfahrt auf der Seine allemal.

 

 

Danke an alle, die wir besuchen durften, die uns ihre Türen geöffnet haben, uns mit vorzüglichem Essen bewirtet und sich Zeit für uns genommen haben!!

 

Ziemlich überwältigt von allen im letzten Monat gesammelten Eindrücken machten wir uns auf den Weg zurück nach Santiago, wo wir natürlich auch ein paar Freunde besuchten und den 90. Geburtstag von Miltons Oma nachfeierten. 

Dann flogen wir in den Süden nach Puerto Montt und fuhren mit dem Bus vom Flughafen zu unserem Bagual in der Nähe von Frutillar. Nach einer Nacht in der Nähe von Frutillar ging es dann wieder zurück zum Restaurant “Espantapájaros” von dem wir schon vor unserer Deutschlandreise für ein Monat aufgenommen worden waren. 

 

Nach all den vielfältigen Eindrücken unserer Reise waren wir ehrlich gesagt auch müde, und wollten ein paar Tage ausruhen um wieder voll hier im chilenischen Frühling anzukommen. Unser Plan für die nächsten Wochen? 

Wir werden bis 20. November in Espantapájaros bleiben; unseren Bus auf Vordermann bringen und für die “carretera austral” vorbereiten, mithelfen und bei der “Expo al aire liebre” mitmachen. Das ist ein ähnliches Outdoorevent wie das Go-Fest, auf dem wir vor fast einem Jahr unsere Reise gestartet haben. Danach werde ich drei Wochen als Reiseleiterin unterwegs sein und dann geht es endlich wieder im VW-Bus los und zwar dann wirklich ins tiefe Patagonien auf die besagte carretera austral.

 

 

Wieder zu Hause!  Es war ein langer Weg nach einer sehr ereignisreichen Zeit! 

 

 

 

 

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