DAS MISTERIÖSE PROJEKT – oder: REISEN MIT SINN


  • Julio 12, 2019
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DAS MISTERIÖSE PROJEKT – oder: REISEN MIT SINN

DAS MISTERIÖSE  PROJEKT – oder: REISEN MIT SINN

 

Von Katharina Wittmann

 

In meinen vorhergegangenen Berichten habe ich immer wieder erwähnt, dass wir einen Platz zum “arbeiten” suchten um an unseren “Projekten” voranzukommen. Arbeiten? Projekte? Sind wir etwa wieder in der “nine to five”- Welt angekommen, vor der wir eigentlich geflohen waren? Nein! Sicher nicht. Obwohl das Leben im Bus zeitlich ganz andere Ansprüche an uns hat wie das Leben in einer Wohnung, fühlen wir uns persönlich mit dem Erledigen der “Haushaltspflichten” wie kochen,  waschen oder Bus reparieren nicht erfüllt.

Wie können wir also mit unserem nomadenhaften Lebensstil etwas beitragen, um die Welt ein Stückchen besser zu machen? Ich sage nicht, die Welt zu retten, sondern in unserem Rahmen einen kleinen Beitrag zu leisten. Und da hatte Milton eine tolle Idee:

 

Milton ist seit mehr als 20 Jahren als aktiver Feuerwehrmann bei der 13. Feuerwehrkompanie der Gemeinde Providencia in Santiago tätig. Neben seinem über 11 Jahre ausgeübten Beruf als Architekt in der gleichen Gemeinde, absolvierte er im Jahre 2014 ein berufsbegleitendes Zusatzstudium mit dem Titel “Protección contra incendios en edificios antiguos” (Brandschutz in älteren Gebäuden).

 

Da Milton auf Grund seiner langjährigen Erfahrung als Feuerwehrmann und Architekt sehr viel Einblick in die Schnittmenge dieser beiden Disziplinen erhalten hat, suchte er eine Möglichkeit, unsere Reise zu nutzen, um sein Wissen und einige Erfahrungswerte weiterzugeben. Unter der Schirmherrschaft des chilenischen Kultusministeriums begann Milton Ende Juni in La Unión mit seinem Fortbildungsprojekt mit dem Titel: “Brandschutz in schützenswerten Gebäuden” eine Reihe von Vorträgen, die die Wichtigkeit architektonischer Präventivplanung sowie die Verbesserung der Interventionen auf Seiten der Feuerwehr zum Hauptthema hat. Auf diese Weise möchte er einen Beitrag zur Verbesserung der Brandschutzbestimmungen in Gebäuden und Arbeitsbedingungen der Feuerwehrmänner – und letztendlich zur Vermeidung von Unfällen und Rettung von Leben leisten.

Im Vergleich zu vielen Ländern in denen es bezahlte und freiwillige Feuerwehrmänner gibt, hat Chile nur freiwillige Feuerwehren. Jede Kompanie muss sich zudem größtenteils selbst finanzieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Tatsache einige Probleme mit sich bringt. Die Ausstattung der Feuerwehren sowie das Know-how sind in Chile auf Grund von starken sozioökonimischen Ungleichheiten im Land oft sehr unterschiedlich.

Daher ist es uns ein Anliegen, die Vorträge für die jeweiligen Feuerwehren kostenlos anzubieten.

 

Sponsor kann jeder werden, dem das Thema Brandschutz und Feuerwehr am Herzen liegt, Privatperson oder Firma. Das Logo der Firma wird in den Präsentationen von Milton gezeigt und in unseren Facebook- und Instagram-accounts beworben. 

Interessenten können sich gerne privat oder über dimensionkombi@gmail.com an uns wenden.

Für jegliche Hilfe sind wir –  und die Feuerwehren in Chile – sehr dankbar!

 

Vorübergehend wird das Projekt von Milton und mir finanziert. Es startete am 23. Juni mit dem ersten Vortrag in La Unión. Es waren ingesamt 13 Feuerwehrmänner und -frauen aus La Unión und Puerto Nuevo anwesend. Der Vortrag fand im Restaurant des Fundos Los Chilcos statt (Kartenpunkt 69).

 

 

 

Ein weiterer Vortrag fand am 26. Juni in Temuco statt. Anwesend waren Kommandanten und Brandsicherheitsbeauftragte der ansässigen Feuerwehrkompanien.

 

 

 

In Niebla (in der Nähe von Valdivia) kamen am 4 Juli ungefähr 50 Feuerwehrmänner und -frauen in der 10. Feuerwerhrwache von Valdivia zusammen, um Miltons Vortrag zu hören.

 

 

 

Weitere Vorträge sind in Paillaco, nochmals in La Unión und in Puerto Montt geplant. Unsere Route wird in Zukunft an die  jeweiligen Orte der Feuerwehrkompanien angepasst, soweit das möglich ist.

Milton und ich sind beide sehr motiviert! Die ersten Fortbildungen in La Unión, Temuco und Valdivia haben gezeigt, dass großes Interesse an diesem Thema besteht und sehr viel Diskussionsbedarf herrscht. Wir sind froh, mit diesem Projekt Steine ins Rollen zu bringen und Feuerwehrmänner und -frauen zu erreichen, die auf Grund von der Entfernung zu Santiago und fehlendem Budget an dieser Art von Fortbildung nicht hätten teilnehmen können.