DAS GOFEST IN CURACAVÍ


  • Noviembre 01, 2018
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DAS GOFEST IN CURACAVÍ

DAS GOFEST IN CURACAVÍ

 

Von Katharina Wittmann

 

Unser erstes Etappenziel war Curacaví, das ca 50 km westlich von Santiago liegt. Dort findet jährlich das GoFest statt. Es ist die größte Outdoormesse in Chile. Da darf man sich jetzt nichts megarießiges vorstellen, es ist eine Ansammlung von Outdoorfirmen auf einer größeren Wiese, die ihre Produkte ausstellen und verkaufen und einigen Food Trucks. Alles unter freiem Himmel und für deutsche Verhältnisse klein und familiär. Da jedoch in Chile der Tourismussektor ständig wächst und auch die Chilenen immer mehr die Natur entdecken, gibt es schon einige interessente Firmen und auch  tolle Produkte, und natürlich viel Importiertes aus dem Outdoorsektor.

Dimension Kombi war neben einem Ford positioniert in dem ein mexikanisches Pärchen schon seit zwei Jahren unterwegs war. Auch sie waren auf die Messe eingeladen, um von ihren Reiseerfahrungen zu erzählen, genau wie Dimension Kombi. Die Messe dauerte drei Tage, von Freitag bis Sonntag. Wir und alle anderen Aussteller reisten am Donnerstag an (ok, viele reisten erst am Samstag an, aber wozu auch die Hetze).

 

 

Von Donnerstag bis Sonntag verbrachten wir also drei Nächte im VW-Bus. Unsere ersten Nächte. Noch nie hatten wir im Bus geschlafen. Ok, die Matratze hatten wir schon in Benutzung gehabt, da wir unsere normale Matratze verkauft hatten. Aber im Bus geschlafen hatten wir noch nicht. Ich glaube wir brauchten an die 25 Minuten, um das erste Mal unser Bett aufzubauen und alle Bettlaken, Matratzenauflagen und Decken zu sortieren. Vieles mussten wir im Bus hin und her schichten. Und da war uns auch klar: Wir haben immer noch zu viel Zeugs. Wir können so definitiv nicht reisen, es sind einfach noch zu viele Dinge, die von vorne nach hinten und von hinten nach vorne getragen werden müssen, um das Bett aufzubauen. Aber wir schliefen gut. Und dass ist ja das Wichtigste.

Wir kochten und backten Brot mit unserem tollen Solarkocher Gosun, was wirklich sehr gut funktionierte.

 

GoSun – Kochen nur mit Sonnenenergie!

Wir konnten auch unseren 100 Liter Wassertank nutzen, um Geschirr abzuspülen und auch unsere Solardusche, um uns zu duschen. In der Nacht war es sehr kalt, unter Tags jedoch war die Sonne sehr sehr stark und hat uns unser solar-getriebenes VW-Bus-Leben sehr erleichtert. Auch, weil wir eine elektrische Kühlbox an unsere 116 Watt Solarzelle anschließen konnten und das auch wirklich toll funktionierte (bis ich ein zusätzliches Gerät anschließen wollte….naja, wozu haben wir Sicherungen eingebaut….)

Aber alles in allem waren wir mit den ersten Tagen und Nächten des Vagabundenlebens recht zufrieden.

Die Nachfrage und Neugier der Messebesucher nach dem Bus und unserer Reise war sehr groß. Viele schossen ein Foto von uns oder von sich im Bus und wir verteilten Kühlschrankmagnete und Visitenkarten. Von einigen Besuchern wurde uns auch gleich spontan Unterkunft angeboten. Wir nahmen uns aber auch die Zeit für einen Spaziergang über das Gelände um uns über einige Outdoorprodukte zu informieren. Besonders interessierte uns ein Eisenkochtopf der Marke Ecozoom. Wir verstanden uns sehr gut mit dem Verkäufer und am Ende bekamen wir den Eisentopf und einen speziellen, resourcensparenden Grill geschenkt. Wow, wir waren sehr glücklich und freuten uns, alles bald auszuprobieren.

 

Unsere tolle neue Feuerstelle und endlich…der Eisentopf!

Aber nun zu dem Wieso und Warum des GoFests. Wir wurden von dem Veranstalter eingeladen, um unsere Reise mit dem Motto „Von den Anden zu den Alpen“ im Zuge des GoFests zu beginnen. Neben dem Ausstellen unseres VW-Busses hatten wir am Sonntagnachmittag einen Vortrag über den Prozess der Vorbereitungen der Reise. Zufällig hatten wir am Sonntagvormittag Cristian Riquelme getroffen, ein chilenischer Schauspieler, der unter anderem mit einer Reise von Patagonien nach Alaska in einem Pick-Up Truck mit Aufbau Aufsehen erregt hat. Wir kannten Cristian vom GoFest des letzten Jahres und von einem Treffe, dass er für Abenteuerreiselustige organisiert hatte. Er bot uns spontan an, unseren Vortrag anzukündigen um so ein paar mehr Zuhörer zu bekommen. Seine Rechnung ging auf, alle Ohren und Augen des Gofests waren am Sonntagnachmittag ab 16 Uhr auf uns gerichtet. Es waren wirklich viele Zuhörer und einige Kameras, wir fühlten uns wie Rockstars! Die Menschen waren begeistert von unserem Projekt! Als die anschließende Fragerunde zu Ende war, kamen sämtliche Menschen auf uns zu, umarmten uns und wünschten uns eine gute Reise. Wir stiegen in den Bus und von filmenden Drohnen verfolgt bahnten wir uns langsam den Weg über das Gelände zum Ausgang. Auch auf dem Weg bekamen wir noch kleine Geschenke von wildfremden Menschen zugesteckt und viele gute Wünsche mit auf den Weg. Anne und Rubén warteten am Ausgang und wurden als letztes noch verabschiedet.

Dann waren wir weg. Berauscht von den Erlebnissen der letzten Stunde wussten wir gar nicht, wohin wir eigentlich fahren wollten. Also fuhren wir einfach. Langsam. Weil schnell geht nicht im VW-Bus. Und wurden von uns überholenden Autos (GoFest-Besuchern auf dem Heimweg) zum Gruß mehrfach angehupt.

Was für ein Abschied!

 

 

 

 

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